Seit Tagen warte ich auf Morgen: dann sollte endlich das Internet wieder 100% funktionieren. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie die Leute vor 20 Jahren ohne dies leben konnten? Aber das lässt sich bestimmt in stundenlangen Diskussionen klären. Seit Mittwoch herrscht voll komisches Wetter hier: Regen, Sonnenschein, Sturm, bewölkt etc. Da soll einer noch draus kommen, was für optimale Kleider angebracht sind! Mein Kurs neigt sich langsam dem Ende zu. Nur noch eine Woche und ich habe weiter 12 Wochen geschafft. Und was dann? Das steht noch zur zeit in den Sternen. Da ein sogenanntes „Missverständnis“ meine ganze Planung durcheinander gebracht hat und ich wahrscheinlich bald wieder zu Hause bin. Aber wie gesagt, was ist hier in Australien schon sicher?
Meine Gastfamilie versucht mich mit allen Mitteln hier zu behalten. Vor allem Portia lockt mich mit diversen Angeboten was wir nicht noch alles machen können etc. Es tönt echt verlockend ABER……Auf dem Bild seht ihr übrigens TRACY von Thailand. Sie ist die Freundin von einem Schulkollegen von mir. Seit dem ersten Zusammentreffen verstehen wir uns blendend und über den Mittag oder nach der Schule stellen wir die unmöglichsten Sachen an. Es tut echt gut so jemanden hier zu haben, der auf der gleichen Wellenlänge ist und die, die mich kennen, wissen was das heisst ;o)) Aber wie Rosa immer zu mir sagt: „Nadine, you’re so young! Do what ever you want! Enjoy your life!“ Ich glaube, ich bin schon ziemlich gut darin, mein Leben so richtig zu geniessen
Mit grossem Glück versuche ich jetzt einen Beitrag zu schreiben. Die letzen paar Tagen waren einfach schrecklich: OHNE grossen Internetzugang! Wie haben die Leute das nur vor 20 Jahren ausgehalten? =)
Der Morgen ist wieder einmal fantastisch: der Himmel blutrot und draussen ist es angenehm warm. Die Tage hier werden immer wie kürzer und ich immer wie müder. Während mich der Bus zur Schule fährt, träume ich noch immer vom warmen kuscheligen Bett und Molly welche sich an mich gekuschelt hat. Auf einer Skala von 1-10 für Motivation erreicht unsere Klasse gerade eine knappe drei! Während Hannah etwas von Richter und der Regierung plaudert erhalte ich privaten Spanischunterricht von Sir Miguel höchstpersönlich! Wie ihr euch jetzt sicher vorstellen könnt, lerne ich nicht die gewöhnlichen Grundsätze wie zum Beispiel:
- Guten Morgen => buenos días
- Wie geht es dir? => cómo estás?
Sondern:
- caballo con paraguas => ein Pferd mit Regenschirm
- pez con freno de mano => Fisch mit Handbremse
Ich bin ja mal gespannt ob ich diese Sätze je in meinem Leben benötige!
Kurz nach 15.00 Uhr fängt es an zu regnen und ich kann es kaum glauben, dass es nach 10 Minuten immer noch regnet! Normalerweise dauert es um die fünf Minuten. Was ist bloss geschehen? Leider hält der Regen bis nach Maylands an und mir bleibt nichts anderes übrig als die 10 Minuten im Nassen zu laufen (ich habe es immer noch nicht geschafft, mir einen Regenschirm zu zu legen!). Als ich durchnässt dann das Haus erreiche und hineintrete kann ich kaum glauben was ich dort sehe: Molly alle vieren von sich gestreckt, liegt schön gemütlich vor dem Feuer! Na das Leben möchte ich auch mal haben! Schnell hüpfe ich unter die Dusche und lege mich eine Weile neben Molly hin. Sie rückt ein wenig näher an mich und wir Beide strecken unsere kalten Füsse gegen das Feuer.
Heute ist es das erste Mal das ich mich auf die Schule freue. Nicht wegen dem Unterricht, nein, sondern weil es dort so schnelles Internet gibt, dass ich euch ein paar Bilder von meinem Geburstag senden kann. Mein Tag verlief folgender masse:
Am Morgen, als ich ins Wohnzimmer komme, ist auf dem Tisch einen grossen Strauss roter Rosen und lauter Geschenke darum. Meine Eltern haben mich nicht vergessen und haben mir via Blumenkurier ihre Glückwünsche übermittelt. Der einzige Hacken dabei ist, was, dass diese um 04.00 Uhr morgens geliefert wurden (ich habe nichts davon mitbekommen). In der Schule begrüsst mich meine Klasse mit einem Happy Birthday. Auf dem Tisch stehen zudem kleine Muffins mit
Kerzen (von meiner Lehrerin) und eine Kuh. Auf der linken Hand steht: Press me! Kaum habe ich gedrückt, fängt das Tier an zu tanzen und singen. Ja das passt ja wohl direkt zu mir. Am Nachmittag begeben wir uns nach Fremantle
wo wir zusammen zu Mittagessen. Die Zeit vergeht wie im Flug und wenig später treffe ich mich mit Madoka und Miki, welche zum Abendessen eingeladen sind. „Zu Hause“ erwartet mich ein schön gedeckter Tisch mit Schweizer Servietten (danke an meine Family!). Zum Dessert erhalte ich eine grosse Schwarzwäldertorte. Mmmmm…..und ein Happy Birthday Ständchen. Obwohl ich zum Teil nicht wusste, ob ich jetzt traurig oder glücklich sein kann, habe ich den Tag genossen und er wird mir bestimmt in Erinnerung bleiben
DANKE für die super ÜBERRASCHUNG!!!
Ich habe mich sooooo….darüber gefreut!
DANKE, DANKE, DAAAAAANNNKKEEEEE!!!!!!
“Mein” Internet ist bis nächsten Monat lahm gelegt. So werde ich gezwungen, die Bilder (so fern es geht), in der Schule zu bearbeiten. Hoffe mal es geht dann. Sonst werdet ihr leider bis nächsten Sonntag ohne Bilder auskommen müssen
Liebe Nadine
Wir möchten dir alle herzlich zu deinem 20. Geburtstag gratulieren. Geniess deine Zeit in Down Under und lass es dir gut gehen.
Viele Grüsse
Deine Blogleser/innen
Das Internet hat heute so ziemlich den Geist aufgegeben und jede Minute unterbricht es die Leitung. Sorry, kein Bild heute! Dafür einen super Text ;o)))
Als mich heute Morgen der Wecker aus dem Tiefschlaf holt schaue ich noch einwenig müde aus dem Fenster. Draussen ist es immer noch stockdunkel. Nur der Mond scheint wie eine Lampe am Himmelszelt. Ich schaue verträumt hinauf und stelle mir vor, wie zur gleichen Zeit jemand anderes von meinen Freunden / Familie in der Schweiz zum Mond schaut und vielleicht an mich denkt. Heute in der Schule haben wir den ganzen Tag nur Prüfungen. Wir „trainieren“ wie so einen Tag ablaufen könnte. Die ersten zwei Serien vergehen wie im Flug und sie sind auch nicht all zu schwer. Ich bin aber trotzdem froh, ist dann Mittagspause und wir können uns an der Sonne unsere Energie auftanken. Mein Energiepegel ist praktisch auf Null. Zum Glück gibt es die super Erfindung Schokolade =) Nach dem Mittag kommt noch der letzte Teil daran. Die 75 Minuten vergehen wie im Flug und schon um 14.30 Uhr kann ich in den Bus steigen und Richtung Maylands fahren. „Zu Hause“ erwartet mich bereits Molly. Als ich in die Küche komme begrüsst mich Ross und streckt mir gleich eine heisse Schokolade entgegen. Das ist genau das was ich jetzt brauche. Während Ross Portia von der Schule abholt, setze ich mich müde vor den Fernseher und schaue einen Film der gerade läuft. Molly gesellt sich zu mir und wir beide kuscheln uns ins Sofa ein. Es geht nicht lange, fallen mir die Augen zu und ich schlafe ein bis……Portia übermütig auf mich zu rennt und mir ihre neuste Entdeckung zeigen will: eine gelbe Blume. Es gibt doch nichts Schöneres als von seinen Träumen weg gerissen zu werden und ein Gewächs zu betrachten =)
Als ich heute, wie jeden Morgen, durch die Stadt laufe, betrachte ich mal von der Nähe die Gebilde rund um mich. Sie sind eigentlich schon sehr hoch. Obwohl ich mich in zwischen an die Stadt gewöhnt habe und ich sie eigentlich gar nicht so gross finde, bin ich dann doch erstaunt als ich den Häusern hinaufblicke. Zu oberst muss es wohl super schön sein und die „Big-Bosses“ haben bestimmt ihr Büro dort oben. Ich würde wahrscheinlich den ganzen Tag nur die Aussicht geniessen, anstatt mich um meine Arbeit zu kümmern.
In der Schule haben wir diese Woche Testübungen, so genannte MOKS. Da unsere Diplomprüfungen in drei Wochen anfangen. Heute Morgen ist ‚Speaking’ an der Reihe (mein Lieblingsteil). Als Special-Guest ist eine echte Prüfungsperson hier und bildet sich ein Urteil über uns. Ich komme als erstes an die Reihe. Das Thema ist: Reisen. Na da kann ich ja viel darüber erzählen
und die 15 Minuten vergehen im Flug. Hannah nickt mir freudig entgegen. Also so schlimm kann es wohl dann doch nicht gewesen sein. Den ganzen Morgen werden meine Klassenkameraden, einer nach dem andren, getestet. Am Nachmittag haben wir wieder Unterricht nach Plan. Es kann sich, wieder einmal, gar niemand konzentrieren. Wir sind immer noch total durcheinander vom Morgen und die Vorstellung, dass wir am Mittwoch NUR schriftlich haben den ganzen Tag, macht die Situation auch nicht besser. Aber der Nachmittag vergeht auch und ich befinde mich schon wieder auf dem Weg Richtung Maylands. Während ich im Bus vor mich hinträume, überlege ich mir, dass einen Blick ins Schulbuch wohl heute keine schlechte Idee sein wird…..=)
Habt ihr das auch schon mal erlebt, dass ihr am morgen früh in die Küche geht und ein Hund mit einem „Pyjama“ da sitzt und auf euch wartet? Mir schon!
Als ich heute Morgen kurz vor 06.30 Uhr in die Küche komme sitzt Molly in der Küche und starrt mich an. Irgendwie sieht sie anders aus als sonst. Was könnte es sein? (Mein Hirn ist immer noch im Bett!) Was ist DAAAAASSS? Ich fange nur an zu lachen und in diesem Moment hüpft Portia um die Ecke und erzählt mir aufgeregt, dass sie
Molly’s Winterpyjama gefunden hat. Ich habe schon gewusst, dass es sogenannte Kleider für Hunde gibt aber dass mich so was hier in Australien erwartet, hätte ich mir nie vorstellen können. In meinen Augen bilden sich Tränen vor lachen und Ross, mein Gastvater, trifft es fast der Schlag, als er Molly so sieht. Ich knie mich zu ihr nieder und schon hüpft sie mit ihrem Knochen auf dem Rücken auf meine Beine. Sie sieht echt aus wie ein Teddybär. Aber ein süsser knuddliger Bär. So eine Molly muss ich mir unbedingt auch zu legen. Die würde neben meinem Pool mit Delphinen und dem Känguruhgarten noch gut dazu passen =)
In der Schule kann ich an nichts anderes denken, als endlich wieder nach Hause zu gehen und ins Bett zu kriechen. Es ist einfach schrecklich, wenn man gegen die 20-er zu geht. So schrecklich alt und ich realisiere erst jetzt, dass meine Kindheit eigentlich schon längst vorüber ist. Naja, zum Glück habe ich ja noch Portia (und Nicole in der Schweiz, selbstverständlich!) die mich noch jung behalten. Und falls das alles nichts nützt, lege ich mir auch so ein Doggy-Pyjama zu und geselle mich zu Molly ;o))
Das kann doch nicht sein, dass an einem Sonntag mein Wecker kurz nach 07.30 Uhr läutet! Aber was mache ich nicht alles um einen Sonntagsausflug an die 75 Kilometer entfernte Hafenstadt Mandurah zu besichtigen? Kurz vor 10.00 Uhr treffe ich mich mit Debi am Bahnhof und wir fahren mit dem Zug 50 Minuten bis wir unser Ziel
erreichen. Mit dem Bus fahren wir ins sogenannte „Hauptcenter“ der Hafenstadt. Als wir nach einer kurzen Fahr aussteigen kommt uns eine angenehme wärme entgegen. Es ist schon fast heiss und das im Wintermonat. Nach einem kurzen Fussmarsch entdecken wir
einen schönen Springbrunnen im See der zu super Spontanaufnahmen lockt. Bach dem sich jede von uns schön hingestellt hat und freundlich in die Kamera gelächlet hat machen wir uns auf zum sogenannten „Dolphin Quer“ (was das auch immer heissen soll!). Auf dem Weg entdecken wir ein Metallherz wo ebenfalls zum
Fotomachen lockt. Sieht doch echt cool aus oder? =) Da es zur Zeit Mittag geworden ist und der Hunger sich anmeldet, beschliessen wir auf einer schönen Plattform, welche auf dem Fluss gebaut wurde, unser Mittagessen zu geniessen. Es ist einfach
unglaublich wie heiss es ist. Nach der kleinen Verstärkung machen wir uns auf noch andere Gebiete zu besichtigen. Während wir auf einer Brugg den Fluss überqueren, sehen wir zwei
Delphine welche gerade Luft geschnappt habe. Bis wir unsere Kameras bereit halten, sind diese natürlich schon lange wieder verschwunden. Schade! Unser Weg führt uns weiter in eine Siedlung, die gerade gebaut wird.
Es sieht aus wie eine kleine Stadt die gebaut wird. Naja, es sieht jedenfalls schon lässig aus. Die Häuser stehen im Wasser wie in Venedig. Das Einzige wo wahrscheinlich verschieden ist, sind die Delphinen welche im Kanal schwimmen und es stinkt nicht. An einem gemütlichen Ort lassen wir uns nieder uns hoffen auf Delphinen. Und tatsächlich. Etwa acht Stück tauchen auf und ich versuche mich als geschickte Fotografien anzustellen, aber die Tiere sind einfach zu schnell. So entschliesse ich mich diese wunderbaren Geschöpfe mit meinen Augen zu betrachten. Es ist einfach unglaublich. Wie kann so ein Lebewesen nur so eine Energie auf mich auswirken? Nach gut einer halben Stunde machen wir uns wieder Richtung Busstation. Doch bevor geniessen wir noch ein Frappe im Restaurant und setzen uns auf den Rasen direkt vor dem Fluss. Der Himmel ist wie seit Tagen staublau und die Sonne tankt uns mit frischer Energie wieder auf. Auch meine Sommersprossen freut es: jedenfalls sind jetzt mehr zu sehen als am Morgen =)
Ich geniesse das Ausschlafen wieder mal in vollen Zügen. Ist doch einfach schön, wenn es draussen kalt ist und ich im warmen Bett noch liegen bleiben kann. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Portia und einer Diskussion über diverse Filme macht sie sich auf Richtung Turnhalle für ihr Hockeyturnier und ich schlendere in mein Zimmer wo einen Berg Hausaufgaben warten. Mürrisch nehme ich einen Stift in die Hand und fange an. Ich habe mir fest vorgenommen heute ein bisschen zu lernen. Trotz der Tatsache, dass draussen keine einzige Wolke am Himmel zu sehen ist und
die Sonne herrlich scheint. Kaum habe ich diesen Gedanken festgehalten, läutet auch schon mein Handy. Es ist eine SMS von Debi. Sie geht heute mit ihren Schulkollegen in den Kings Park bräteln und sie würde sich riesig freuen wenn ich auch mit käme. Sofort drängen Würste und Chips meine Gedanken vom Lernen weg und ich mache mich auf Richtung Stadt. Ist doch gemütlicher in der Sonne zu liegen anstatt über die Schulbücher zu sitzen. Wenig später treffe ich im Kings Park ein, wo schön die Würstchen auf dem Grill liegen und nach hungrigen Bäuchen schreien. Der Nachmittag vergeht recht schnell und ich amüsiere mich prächtig mit den Asiaten, dem Kolumbianer und dem Tscheche. Leider wird es bald Abend und ich verabschiede mit von Debi und ihren Kollegen. Es ist wieder mal einen super Tag vergangen.